Endometriose?!? Häufige Ursache für Unfruchtbarkeit und extrem starke Regelschmerzen! Ich bin chronisch krank!

Hallo ihr Lieben,

länger habt ihr nichts von mir gehört, da es mir in letzter Zeit nicht so gut ging und mir somit auch die Motivation fehlte zu bloggen. Seit Ende Januar litt ich regelmäßig unter Unterleibschmerzen (auch außerhalb der Periode), welche stark in den unteren Rücken ausstrahlten. Ich dachte am Anfang, dass es vielleicht vom Snowboarden kommen könnte, da ich damit erst dieses Jahr angefangen habe und die Bewegungen ungewohnt waren. Ich dachte also, dass sich meine Muskulatur erst an die Art Bewegung gewöhnen muss und es nur meine Muskulatur ist, welche die Schmerzen verursacht. Denn auch mein Hausarzt und meine Frauenärztin haben mich nach einer Untersuchung wieder nach Hause geschickt, denn gefunden haben Sie nichts. Ich fand mich also zunächst mit den Schmerzen ab und hoffte auf Besserung.

Die Schmerzen wurden allerdings mit der Zeit immer schlimmer. Am 12.05.2017 hielt ich es vor Schmerzen kaum aus und ging gekrümmt zu meinem Hausarzt. Dieser hat mich dann sofort ans Krankenhaus überwiesen. Zunächst wurde eine Blinddarmentzündung vermutet, da ich die Schmerzen an diesem Tag primär auf der rechten Seite hatte. Anhand des Blutbildes und der Art der Schmerzen konnte eine Blinddarmentzündung aber schnell ausgeschlossen werden. Was hatte ich also nun? Die Chirurgie leitete mich an die Gynäkologische Abteilung weiter, da Sie Zysten o.ä. vermuteten. Mit dieser Annahme lagen sie gar nicht so falsch. Bei mir wurde ein transvaginaler Ultraschall durchgeführt, um mein Leiden zu untersuchen. Zunächst schaute sich ein relativ junger Arzt mein Problem an. Er entdeckte dann etwas im Ultraschallbild, was er nicht genau deuten konnte und rief einen Kollegen hinzu. Auch dieser war zunächst verunsichert. Es dauerte nicht lange bis auch ein erfahrener Chefarzt hinzugerufen wurde. Langsam wurde ich nervös! Dieser fragte mich noch kurz, wie stark meine Regelschmerzen normalerweise auf einer Skala von 1-10 sind. Ich antwortete mit 11. Er schaute mich entsetzt an und sagte mir, dass ich sehr wahrscheinlich unter Endometriose leide. Endometriose? Was? Habe ich noch nie gehört. Der Chefarzt erklärte mir dann kurz was Endometriose ist und sagte mir, dass eine Entfernung des Endometriose-Gewebes notwendig ist. Aufgrund der starken Schmerzen wurde ich dann gefragt, ob ich es noch über das Wochenende aushalten würde oder eine Not-OP am Wochenende notwendig sei. Ich sagte dann, dass ich es noch über das Wochenende aushalten kann. Am Montag den 15.05.2017 wurde dann ein Termin für mich festgelegt und ich durfte noch übers Wochenende nach Hause. Bevor ich euch nun aber von der OP berichte, möchte ich euch etwas von dieser Krankheit erzählen, denn die meisten von euch, hören davon bestimmt zum ersten Mal.

Endometriose - Fuck Endo

Endometriose – Fuck Endo

 

Endometriose? Was ist das überhaupt und welche Ursachen hat diese Krankheit?Endometriose ist eine chronische Frauenkrankheit. Die Ursachen für diese Krankheit sind noch unbekannt. Man vermutet, dass multifunktionale Einflüsse, wie Umweltfaktoren, Stress, und Gene die Krankheit begünstigen. Endometriose ist Gewebe der Gebärmutterschleimhaut bzw. Gebärmutterschleimhaut ähnliches Gewebe, welches sich außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Also da, wo es nicht hingehört. Es handelt sich hierbei um gutartige Gewebe-Wucherungen. Die Problematik dabei ist, dass sich Endometriose nahezu im ganzen Körper ansiedeln kann auch z.B. im Kopf oder an der Lunge. Dies ist zum Glück eher selten der Fall. In den meisten Fällen befinden sich die Endometriose-Herde im Bauchraum und an den Geschlechtsorganen. Die Endometriose kann jedoch die Funktion der Organe beeinträchtigen und z.B. auch zu Unfruchtbarkeit führen. Das Endometriose Gewebe blutet nämlich während der Periode mit. Das Blut kann jedoch nicht abfließen. So entstehen z.B. blutgefüllte Zysten (sogenannte Schokoladenzysten) und das Endometriose Gewebe kann z.B. Eileiter und weitere Organe verkleben. So kommt es häufig zu Unfruchtbarkeit. Bei 40% – 60% der Frauen die keine Kinder bekommen können, soll Endometriose die Ursache sein. Leider ist Endometriose schwer zu diagnostizieren und nur mit einer Bauchspiegelung 100%ig zu erkennen. Daher dauert es bei vielen Frauen zwischen 7 und 9 Jahre bis die Krankheit überhaupt entdeckt wird. Schätzungsweise leiden 10-15 % aller Frauen im gebärfähigen Alter unter dieser Krankheit. Also ca. jede 10. von uns. Fragt man aber im Bekanntenkreis nach, wird man schnell feststellen, dass niemand diese Krankheit kennt. So ging es zu mindestens mir. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich dafür sorgen, dass diese Krankheit bekannter wird und starke Regelschmerzen und damit verbundene Probleme ernst genommen werden. Wenn ihr selber Symptome (welche ich nachfolgend aufzähle) besitzt oder jemanden kennt der diese Symptome hat, lasst euch bitte auf Endometriose untersuchen und teilt diesen Blogbeitrag.

Mögliche Symptome bei Endometriose
Endometriose muss nicht zwangsweise bei jeder betroffenen Frau zu Beschwerden führen und kann somit lebenslang unentdeckt bleiben. Außerdem steht der Grad der Ausbreitung nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Stärke der Beschwerden. Wenn jedoch einige der folgenden Symptome bei dir auftauchen, solltest du dich zu mindestens auf Endometriose untersuchen lassen. Nur eine Bauchspiegelung eignet sich zur Diagnose. Ultraschall und ähnliche Methoden reichen hierfür nicht aus. Im Zweifelsfall solltest du dir eine zweite ärztliche Meinung dazu holen und den Arzt direkt auf diese Krankheit ansprechen. Am besten ist es, wenn du ein spezielles Endometriose Zentrum besuchst. Ich wurde glücklicherweise (wenn auch nur zufällig) von meinem Hausarzt zum Augusta Krankenhaus in Bochum, welches als Endometriose Zentrum zertifiziert ist, geschickt. Wer weiß, ob die Krankheit bei mir sonst entdeckt worden wäre. Immerhin mussten erst drei Ärzte (Gynäkologie) des Augusta Krankenhauses meine Beschwerden begutachten bis die vermeintliche Ursache gefunden wurde.

Symptome:

  • Starke Regelschmerzen: Regelschmerzen, die so stark sind, dass du kaum aufrecht gehen kannst, dir schwindelig wird oder du sogar ohnmächtig wirst sind nicht normal und ein Indiz für Endometriose.
  • Rückenschmerzen während der Periode können ebenfalls auf Endometriose hindeuten.
  • Bauch- und Rückenschmerzen: Bei Bauch- und Rückenschmerzen (im unteren Rücken) auch außerhalb der Periode kann Endometriose die Ursache sein.
  • Unfruchtbarkeit: Bei 40% – 60 % der Frauen die ungewollt Kinderlos bleiben steckt Endometriose dahinter. Eine künstliche Befruchtung oder operative Entfernung der Endometriose kann helfen.
  • Starke und/oder unregelmäßige Monatsblutung: Bei extrem hohen Blutverlust und/oder langanhaltender Periode die länger als 7 Tage dauert solltest du dich ebenfalls auf Endometriose untersuchen lassen.
  • Schmierblutungen außerhalb der Periode, die häufiger auftreten sind nicht normal.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind nicht normal und können ebenfalls auf Endometriose hindeuten.
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen: Im Normalfall sollten gynäkologische Untersuchungen nicht weh tun.
  • Blasen- und Darmkräpfe, Schmerzen beim Wasserlassen oder der Darmentleerung, sowie Blut im Urin oder im Stuhl können ebenfalls ein Indiz für Endometriose sein.

Verbunden mit diesen Symptomen können zusätzlich folgende Probleme vorhanden sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Vermehrtes Auftreten von Allergien und anderen Autoimmunerkrankungen
  • Erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation

Symptome bei mir persönlich:
Bei mir persönlich waren es vor allem starke Regelschmerzen, welche eine Zeitlang mit der Pille behandelt wurden. Die Pille minderte zwar die Schmerzen, die Ursache (in meinem Fall Endometriose) kann sie jedoch nicht bekämpfen. Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, die Pille nicht mehr zu nehmen, da ich meinem Körper den Scheiß nicht mehr antun wollte. Ich litt unter Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, starke Depressionen, Libidoverlust, ständige Müdigkeit, beengendes Gefühl in der Brust und ungewolltem Hüftspeck, den ich trotz Sport und gesunder Ernährung nicht loswurde. Außerdem wollte ich mich nicht mehr der erhöhten Thrombose Gefahr, durch die Pille, aussetzen. Seitdem ich die Pille nicht mehr nahm ging es mir insgesamt deutlich besser, wobei ich natürlich 1-2 Tage während der Periode sehr starke Regelschmerzen mit Schwindelgefühl und teilweise Ohnmachtsanfällen bekommen habe, die ich mit der Einnahme der Pille nicht hatte. Dennoch fühlte ich mich ohne Einnahme der Pille fitter, gesünder und vor allem lebensfroher, weshalb ich eigentlich nie wieder die Pille nehmen möchte. Außerdem habe ich das Glück eine sehr regelmäßige Periode zu haben. Ich bekomme sie alle 4 Wochen meistens donnerstags oder freitags, sodass die extrem starken Schmerzen am Samstag und Sonntag stattfinden. So benötige ich wenigstens keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung o.ä. Ein weiteres Symptom war bei mir die Rückenschmerzen während der Periode. Zudem kam es bei mir gelegentlich zwischen den Perioden zu leichten bräunlichen Schmierblutungen. In den letzten drei Monaten kamen ebenfalls Bauch- und Rückenschmerzen außerhalb der Periode, sowie ständige Müdigkeit und Erschöpfung hinzu.

Therapiemöglichkeiten bei Endometriose:
Die schlechte Nachricht zuerst. Eine vollständige Heilung der Krankheit ist bislang nicht möglich, da die Ursachen unbekannt sind. Es gibt aber Möglichkeiten die Symptome zu behandeln, welche ich im Folgenden aufführen möchte.

  • Operation: Die Bauchspiegelung, welche der Diagnose dient, kann gleichzeitig der erste Schritt zur operativen Entfernung der Endometriose dienen. Die Endometriose wird entweder herausgeschnitten oder mit einem Laser o.ä. verödet. Die Entfernung führt natürlich zur Linderung der Symptome. Jedoch tritt bei 4 bis 5 Frauen die Endometriose nach einer Operation erneut auf.
  • Schmerztherapie: Mit Schmerzmitteln können die Schmerzen unterdrückt werden. Für mich persönlich ist dies absolut keine Option. Schmerzmittel lindern die Probleme meistens nur bedingt und bekämpfen niemals die Ursachen. Außerdem schädigt ihr damit eure Organe wie Leber etc. und es besteht die Gefahr abhängig zu werden.
  • Hormontherapie: Bei einer Hormontherapie wird durch Einnahme von Hormonen verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, also auch die der Endometriose-Herde. Das Wachstum der Endometriose wird so unterdrückt. Die Menstruation bleibt aus und somit natürlich auch damit verbundene Regelschmerzen. Allerdings bringen synthetische Hormone das natürliche Hormongleichgewicht durcheinander und eine Schwangerschaft während der Therapie ist ebenfalls nicht möglich.
  • Gestagene: Gestagene sind synthetisch hergestelltes Progesteron, welches durch Gestagenhaltige Pillen, Visanne (einem speziellen Medikament) oder einer Spirale, welche Gestagene abgibt, eingenommen werden können. Gestagene täuschen eine Schwangerschaft vor, sodass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufbaut. Auch Gestagene können vielfältige Nebenwirkungen verursachen.
  • Progesteron: Es gibt auch natürliche Progesteron Präparate, welche zur Behandlung eingesetzt werden können. Allerdings gibt es hierzu kaum Erfahrungen zur Dosierung und daher wird es schwer Ärtze zu finden, die dieses verschreiben. Es gibt sowohl Progesteron Tabletten, als auch Salben mit mikronisierten Progesteron, welches durch die Haut aufgenommen und so in die Blutbahn gelangen kann. Es ist dem körpereigenen Progesteron ähnlicher als das Gestagen und somit allgemein verträglicher. Es wirkt ansonsten aber ähnlich wie das Gestagen, lediglich die Dosierungen sind bisher nicht genau bekannt und daher problematisch.
  • GnRH Analoga: Die körpereigene Produktion von Östrogen und Progesteron wird von übergeordneten Hormonen reguliert. Die Produktion von körpereigenem GnRH, welches für die Östrogenproduktion verantwortlich ist, wird durch die Einnahme des synthetischen GnRH Analaoga eingestellt. Das GnRH Analoga ist jedoch in Bezug auf die Östrogenproduktion unwirksam. Durch das fehlende Östrogen wird keine Gebärmutterschleimhaut mehr aufgebaut und die Periode bleibt aus. Der Körper wird jedoch in die Wechseljahre versetzt und alle damit verbundenen Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Knochenverlust (Osteoporose) treten dabei auf.
  • Alternative Behandlungsmethoden: Um die Symptome wie Schmerzen zu lindern gibt es zudem diverse andere Möglichkeiten. So gibt es bereits positive Erfahrungen mit Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie und der Pflanzenheilkunde. Auch die Reduktion von Stress, sowie ausreichende Bewegung z.B. in Form von Yoga sollen zu einem besseren Wohlbefinden führen.

Bei mir persönlich wurde eine Operation zur Therapie durchgeführt, von der ich euch nun berichten möchte.

Meine 1. Endometriose-OP + Befunde und Ausprägung der Krankheit:
Bei mir wurde aufgrund von starken Bauchschmerzen im rechten Unterbauch, welche durch Endometriose verursacht wurden, eine Bauchspiegelung und damit verbundene Operation zur Entfernung der Endometriose durchgeführt. Am 15.05.2017 hatte ich einen OP-Termin im Augusta Krankenhaus (zertifiziertes Endometriosezentrum). Ich bereitete mich zunächst für die OP vor, indem ich das OP-Hemdchen und die Thrombose Strümpfe anzog und es mir im Krankenbett gemütlich machte. Ich versuchte ein wenig zu entspannen bevor es losging. Kurz nach 8 Uhr wurde ich dann abgeholt und in einen anderen Raum gebracht. Dort wurden weitere Vorbereitungen wie Anschluss ans EKG, legen eines Zugangs etc. durchgeführt. Außerdem wurde hier die Narkose eingeleitet. Der erste Narkose-Versuch musste jedoch abgebrochen werden, denn kurz nachdem der Narkose Arzt mir die Maske aufgesetzt hatte, kam ein Arzt herein und schrie „Abbruch, wir haben einen Notfall!“ Die Ärzte fragten mich dann, ob es ok sei die Narkose abzubrechen oder ob ich Schlaftabletten zur Überbrückung haben möchte. Ich entschied mich dazu wach zu bleiben. Jedoch fühlte ich mich dank der bereits eingeleiteten Narkose für die ersten 15 Minuten so, als hätte ich 3 Schnäpschen auf nüchternem Magen getrunken. Meine ursprüngliche OP sollte eigentlich um 9.30 Uhr stattfinden, diese verschob sich durch den Notfall allerdings auf 12 Uhr. Kurz vor 12 Uhr kam mein Narkose Arzt also erneut zu mir, um diesmal aber wirklich die Narkose durchzuführen. Mein Narkose Arzt war ziemlich cool, denn er summte die Melodie von Star Wars, während ich mit dem Narkosemittel in den Schlaf versetzt wurde. Als Star Wars Fan war das für mich sehr beruhigend und ich schlief mit einem Lächeln ein.

Von der OP habe ich Gott sei Dank nichts mitbekommen. Die OP als solches ist aber auch kein großer Eingriff. Durch einen Schnitt am Bauchnabel (s. Punkt 1 Bild) wurde bei mir ein sogenanntes Laparoskop (optisches Instrument/Kamera) eingeführt. Außerdem wurden durch zwei kleinere Bauchschnitte im Unterbauch (s. Punkt 2 und 3 Bild) die Operationsinstrumente mit denen das Gewebe weggeschnitten und verödet wurde eingeführt. Damit die Ärzte eine bessere Sicht hatten wurde mein Bauch zudem mit Kohlensäuregas befüllt. Das Endometriose Gewebe wurde entfernt und nach der OP wurde ein Drainageschlauch (s. Punkt 4 Bild) eingelegt, um Wundsekret abzuleiten. Es verbleiben nach der OP also nur vier kleinere Schnitte bzw. nach Heilung vier kleinere Narben. Das Bild entstand ca. zwei Wochen nach der OP, die Schnitte/Narben sind demnach zum Teil bereits abgeheilt und nicht mehr ganz sichtbar.

Endometriose-OP: Lediglich vier kleine Einschnitte reichen zur operativen Entfernung aus!

Endometriose-OP: Lediglich vier kleine Einschnitte reichen zur operativen Entfernung aus!

 

Nach der OP wurde ich in einen sogenannten Aufwachraum gebracht. Ich erinnere mich aber kaum daran, weil ich immer wieder einschlief. Ich erinnere mich lediglich daran, dass eine Krankenschwester sagte: „Sie ist platt wie eine Flunder“ und daran, dass ich auf ein anderes Bett krabbeln musste. Als ich das nächste Mal aufwachte, befand ich mich bereits zurück im Krankenzimmer. Auch hier schlief ich immer wieder ein. Zwischendurch litt ich zudem an Übelkeit, Erbrechen musste ich zum Glück aber nicht. Das Narkosemittel habe ich also halbwegs gut vertragen. Den ersten Tag habe ich mich kaum bewegt, was aber auch an der extremen Müdigkeit lag. Am darauf folgenden Tag fühlte ich mich echt furchtbar. Ich hatte starke Schmerzen und konnte mich selbst kaum bewegen. Um auf die Toilette gehen zu können brauchte ich Hilfe. Mir wurde auch direkt schwindelig als ich aufgestanden bin. Nach dem Frühstück ging es mir dann aber kreislauftechnisch deutlich besser, die starken Schmerzen plagten mich trotzdem. Schmerzmittel hatte ich ausprobiert, da sie aber nur bedingt geholfen haben, habe ich lieber ganz darauf verzichtet. Als mich Freunde, Bekannte und Familie besuchten hatte ich ein Problem. Sie brachten mich zum Lachen und es hat so verdammt wehgetan. Am zweiten Tag nach der OP, wollte zudem die Chefärztin mit mir über die Befunde der OP sprechen, da ich aber, aufgrund der Schmerzen, kaum laufen konnte wurde dies von Dienstag (16.05.2017) auf Donnerstag (18.05.2017) verschoben.

Am Donnerstag, den 18.05.2017 hatte ich dann das Nachgespräch mit der Chefärztin. Sie erklärte mir, dass die Endometriose-Zyste, welche vermutlich die starken Schmerzen im rechten Unterbauch verursachte fast 10 cm groß war und das weitere kleinere Endometriose-Zysten entfernt wurden. Das war aber leider auch das einzige positive, was die Ärztin zu berichten hatte.

Denn meine Endometriose ist extrem stark ausgeprägt (höchste Einstufung mit rASRM IV). Das ist aber nicht das schlimmste daran. Die Ärzte konnten sich den Befall während der OP gar nicht genau ansehen, denn meine Organe sind allesamt verklebt. Normalerweise lassen sich z.B. der Darm oder die Gebärmutter während einer OP zur Seite schieben, sodass man dahinter schauen kann. Bei mir war dies jedoch nicht möglich. Die Gebärmutter sowie die Eileiter konnte man nicht Mals ansatzweise erkennen. Die Bilder sprachen Worte, alles was man sehen konnte war eine Gewebewand. Der Darm, die Gebärmutter und die Eileiter bildeten eine undurchdringbare Platte. Die Ärzte haben getestet durch diese Gewebewand/Verklebungen hindurch zu kommen jedoch ohne Erfolg. Sie wollten es auch nicht weiter ausprobieren ohne mit mir über mögliche Folgen und Risiken gesprochen zu haben. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass auch meine Eileiter komplett verklebt sind und ich somit auf natürlichem Wege keine Kinder mehr bekommen kann. Auch wenn ich aktuell keinen passenden Mann an meiner Seite habe, musste ich im ersten Moment schlucken, denn die Option Kinder zu bekommen wollte ich mir eigentlich offenhalten.

Die Aussage der Ärztin, dass ich wahrscheinlich Unfruchtbar bin ist schon schlimm genug, aber es kommt noch schlimmer. Die Endometriose hat sich bei mir bereits am Darm angesiedelt. Bisher habe ich zwar keine Probleme beim Stuhlgang, aber dieses Problem kann möglicherweise bei Weiterentwicklung der Endometriose ebenfalls auf mich zukommen. Von außen ist mein Darm bereits verklebt. Eine weitere OP ist auf jeden Fall notwendig, um das Ausmaß der Endometriose zu erkennen und weitere Endometriose-Herde zu entfernen. Es kann sein, dass dabei meine Eierstöcke oder Teile des Darmes entfernt werden müssen. Im schlimmsten Fall würde dies bedeuten, dass ich je nach Ausmaß der Endometriose einen künstlichen Darmausgang benötige. Mit Entfernung der Eierstöcke könnte ich grade noch leben, auch wenn das nicht sonderlich schön wäre. Vor einem künstlichen Darmausgang graut es mir jedoch. Den Rest meines Lebens mit einem Kackebeutel am Bauch rumrennen? Scheiße echt!

Aber egal was noch auf mich zukommt und wie das ganze enden wird. Ich werde mein Lachen nicht verlieren und weiterhin fröhlich durchs Leben laufen. Fuck Endometriose!

Endometriose - Nun muss ich mit der Krankheit leben!

Endometriose – Nun muss ich mit der Krankheit leben!

 

Nach fünf Tagen durfte ich übrigens das Krankenhaus verlassen und erhielt daraufhin von meiner Frauenärztin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von zwei weiteren Wochen. Man muss aber auch dazu sagen, dass ich keinen 0815-Bürojob habe, sondern im Außendienst tätig bin und teilweise schwere Messgeräte mit mir rumtrage.

Ich halte euch gerne weiter über meine Krankheit auf dem laufendem, wie ich damit umgehe und vor allem wie die weitere OP (voraussichtlich in drei Monaten) laufen wird. Wenn auch ihr unter Endometriose leidet, lasst gerne einen Kommentar dar oder schreibt mich per Email an. Ich freue mich über jeden Austausch und freue mich natürlich auch, wenn ihr mich öfter auf meinem Blog besuchen kommt.

Liebe Grüße
Eure Sara <3

 

Quellen:
http://www.endometriose-vereinigung.de/
http://www.onmeda.de/krankheiten/endometriose.html

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7 Comments

  • Reply
    SvenD
    Juni 1, 2017 at 6:52 pm

    Hey Sara,

    tut mir sehr leid mit deiner Erkrankung. Aber echt klasse wie stark du damit umgehst. Weiter so!

    LG Sven

    • Reply
      Sara's Fitnesswelt
      Juni 1, 2017 at 7:51 pm

      Der Svenni 😀

      Ich hoffe dir geht’s gut?!
      Dankeschön für die netten Worte 😉

      LG Sara

  • Reply
    Jenny
    Juni 4, 2017 at 10:02 am

    Hallo Sara, ich kann da sehr gut mit Dir fühlen. Lag vor 5 jahren selber im Krankenhaus ganze 4 Wochen, hatte 4 Volllnakrosen in einer Woche bis die Endometriose bei der Bauchspiegelung entdeckt und entfernt wurde. Bei mir saß eine Zyste im Harnleiter (daher meine Nierenkolik) und meine Niere hat jetzt nur noch eine 9% Funktion) die andere von 6 cm in der Blase und von außen an der Blase. Mir wurde die Blase genäht und ich hatte 10 Tage einen Blasenkateder. Die Hormonumstellung danach war sehr heftig. Ich nehme jetzt 4 Jahre die Pille durch. Habe seitdem aber Ruhe. Wünsche Dir gute Besserung. Wichtig ist erholen und alles positive daraus zu ziehen. Vlg ( kannst mich gerne anschreiben )

    • Reply
      Sara's Fitnesswelt
      Juni 5, 2017 at 3:48 pm

      Hi Jenny,
      es tut mir Leid, dass deine Niere so sehr darunter gelitten hat. Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft.
      Mich hat es bisher noch nicht ganz so doll getroffen, aber schön ist es natürlich trotzdem nicht. Eventuell werde ich mich auch mal über eine Pille informieren, auch wenn ich Nebenwirkungen befürchte. Aber ich denke, dass ich es zunächst mit natürlichen Mitteln versuche. Die Pille ist eher einer der letzten Auswege. Ich habe ja auch keine Lust darauf mich ständig operieren zu müssen.
      Liebe Grüße und viel dich gedrückt!
      Deine Sara <3

  • Reply
    3 Operationen in 3 Monaten: Scheiß Endometriose! – Sara's Fitnesswelt
    September 26, 2017 at 10:57 pm

    […] In meinem Blogpost vom 28.05.2017 habe ich bereits beschrieben, welche Symptome die Krankheit hat, welche Therapiemöglichkeiten und welche Medikamente es gibt. Außerdem berichte ich dort von meiner 1. OP und meinem persönlichen Empfinden über die Krankheit sowie meinen Ängsten. Diesen Blogpost findet ihr hier: Endometriose?!? Häufige Ursache für Unfruchtbarkeit und extrem starke Regelschmerzen! Ich bin chro… […]

  • Reply
    Kerstin
    September 29, 2017 at 6:03 pm

    Hey Sara,
    ein ganz toller Blog von dir!
    Du hast alles ganz super dargestellt. Wahnsinn was du für Schmerzen nach der OP hattest. Ich hab nächste Woche meine erste OP und bin tierisch nervös wie stark es ausgeprägt ist. Die OP findet bei mir allerdings ambulant statt, sodass ich direkt nach 3-4 Stunden nach Hause kann, aber wenn ich das bei dir so Nachlese, kann ich mit das irgendwie nicht vorstellen, dass ich direkt nach Hause kann. Ohman, ich bin nervös. Wenn du magst kannst du mir mal eine Mail schreiben und wir können uns weiter austauschen.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Reply
      Sara's Fitnesswelt
      Oktober 8, 2017 at 8:21 pm

      Hi Kerstin,
      ich hoffe bei deiner Bauchspiegelung haben Sie nicht allzu viel Endometriose entdeckt. Normalerweise kannst du nach einer Bauchspiegelung schnell nach Hause, wenn nicht großartig was entfernt wird und es nur zur Diagnose dient, keine Verwachsungen vorhanden sind etc. Bei mir ist es ja ein sehr ausgeprägter Fall, das kann man ja nicht richtig vergleichen. Mittlerweile habe ich ja sogar 3 OPs gehabt und einen richtigen Bauchschnitt vom Schambein bis zum Bauchnabel. Ich hoffe dir gehts gut.
      LG Sara

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